Herrn Mahlhuber's Reiseabenteuer - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 163


Städtchen Baierns – und alle Städte und Städtchen
Deutschlands sollten eigentlich den Gesetzen nach gemüthlich sein
– lebte still und zurückgezogen der Held unserer
Geschichte. Herr Hieronymus Mahlhuber war ein anspruchloser
Mann, der sich schon seit länger als fünfzehn Jahren mit dem
Titel eines Commerzienraths und im Besitze eines Ludwigskreuzes nach
Gidelsbach zurückgezogen hatte und hier mit einer alten
Haushälterin still und ruhig seine Tage verlebte. Was er einmal
früher gethan, den Titel wie den Orden zu bekommen, hat man nie
erfahren. Manche, und besonders die äußerste Linke in
Gidelsbach (der Müller und der Bader), wollten behaupten, er
hätte Beides bekommen, weil er nichts gethan, aber da sich das
nicht denken ließ, so fand es auch keinen Eingang bei dem
denkenden Theile der Bürgerschaft. Die Einwohner von Gidelsbach
sahen den kleinen wohlbeleibten ältlichen Herrn sogar mit einer
soviel größern Ehrfurcht und Achtung an, weil eben
über seinen Verdiensten ein gewisses geheimnißvolles
Dunkel lag, und zu diesen gehörte jedenfalls und unbestritten,
daß er nur selten davon sprach. Von etwas sprach er aber,
das übrigens auch ein besonderes Interesse für ihn haben
mochte, da es ihm am nächsten stand, und das war seine Leber, die
er, ob gegründet oder ungegründet, in den Verdacht gebracht
hatte, daß sie drei Zoll zu groß sei und in ihrer
Anschwellung darauf hinarbeite ihm den Magen abzustoßen.


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