John Wells - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 38


I Am Fourche la fave, einem kleinen, klaren Fluß, der
sich, von Nordwesten herunterkommend, in den Arkansas ergießt,
lag ein geräumiges, gut behauenes Blockhaus, das von einem
Amerikaner mit seiner Frau und zwei Knaben, der eine sieben, der
andere neun Jahre alt, bewohnt wurde. Der Mann hieß John
Wells und wurde in einem Lande, wo jeder Ansiedler sich mit der Jagd
beschäftigt, ja der dritte Teil der Bewohner in jener Zeit fast
nichts tat, als mit der Büchse auf der Schulter im Wald
umherzuziehen, nichtsdestoweniger mit besonderer Auszeichnung
»der Jäger« genannt; und wenn irgend jemand in der
Welt auf den Namen Anspruch machen konnte, so war er es. Schon in
seinem ganzen Äußern hatte er einige Ähnlichkeit mit
dem roten Sohn der Wälder, dem Indianer, mit dem er jedoch jede
Verwandtschaft ableugnete. Er ging am liebsten im bloßen Kopfe,
das lange, schwarze, straffe Haar von einem dünnen Tuch oder noch
häufiger einem Streifen Bast zusammengebunden, den Hals
bloß, und Jagdhemd, Leggins und Mokassins, in deren Verfertigung
er Meister war, von selbstgegerbtem Leder. Niemand übertraf
ihn im Folgen einer Fährte oder im Auffinden eines Honigbaums, im
Anschleichen eines Wildes oder in der nicht leichten Kunst, das
Erlangte oder Gefundene »einzupacken«. In unglaublich
kurzer Zeit wußte er mit seinem kleinen
»Skalpiermesser« – wie diese Art Waffe oder
Jagdmesser auch bei den weißen Ansiedlern heißt –


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