Nach Amerika! Band 2 - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 254


Abends zehn Uhr rasselten zwei Droschken durch die engen, noch
ziemlich belebten Straßen Bremens, und hielten, dicht
hintereinander, vor dem offenen Thorweg des »Hannoverschen
Hauses« aus dem ein paar geschäftige Kellner sprangen, die
Neuangekommenen in Empfang zu nehmen. »Um wie viel Uhr
fährt morgen früh die Haidschnucke ab?« frug ein
ältlicher Herr, der in einen weiten Mantel gewickelt hastig aus
dem ersten Wagen stieg, indeß aus dem anderen ein paar
Damenhüte schauten, als ob sie noch unschlüssig wären
hier auszusteigen oder weiter zu fahren.
»Haidschnucke?« sagte der Oberkellner etwas verblüfft
den Fremden und dann den ebenfalls herzugekommenen Hausknecht
anschauend – »Haidschnucke?« »Weet ick
nich« erwiederte dieser, kurz angebunden, und fing an, ohne
weiter zu fragen die verschiedenen, vorn auf dem Bock
aufgehäuften Koffer und Hutschachteln von diesem herunter zu
ziehen. »Das Schiff Haidschnucke, Capitain Siebelt, nach
New-Orleans bestimmt,« erklärte der Fremde – ein
alter Bekannter von uns, Professor Lobenstein – dem Kellner
indeß; »der Abgang war auf morgen früh bestimmt, und
ich wollte schon gestern hier sein, bin aber um einen Tag aufgehalten
worden.« »Ach Sie meinen ein Seeschiff,« sagte
der Kellner beruhigend, »da brauchen Sie keine Angst zu haben;
die gehen selten so pünktlich – befehlen Sie zwei oder drei
Zimmer?« »Ja selten so pünktlich,«


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