Reisen, Band 3: Die Südsee-Inseln - Friedrich Gerstäcker - Страница 1 из 413


Die Südsee-Inseln 1853 1. Von San Francisco
nach Honolulu. Ade Kalifornien – angenehmes Gefühl das,
wieder einmal auf dem alten Steckenpferde zu sitzen – hui wie
das schaukelt. Der Grundschwell, der hier in dem niederen Wasser, von
der gewaltigen Strömung bald hinaus bald hineingeärgert
steht, gehört zu den schlimmsten in der Art, und kaltes
stürmisches Wetter dienen dann gerade nicht dazu, den Aufenthalt
auf einem, eben in See gehenden Schiff, noch dazu bei vollkommener
Dunkelheit, zu einem angenehmen zu machen. Während dem ewigen
Wenden lagen auch natürlich alle Brassen von den Nägeln
herunter und an Deck, man konnte keinen vernünftigen Schritt mehr
thun und die Befehle des »Alten« klangen so heiser und
ängstlich – hol's der Henker ich geh hinunter, dacht' ich
bei mir selber, sagte dem Capitän gute Nacht, von dem ich keine
Antwort kriegte, stürzte die Treppe halb hinunter, denn der Platz
war mir noch fremd, und die Sohlen oben naß geworden, trank
unten ein richtiges Glas Brandy und Wasser, und legte mich in meine
Coje, dem tollen Gewirr an Deck zu entgehen. Zu sehn war nichts mehr,
und wenn man nicht gleich von vornherein mit zugreifen will –
eine Sache von der man dann nicht einmal sagen kann ob sie's Einem
groß Dank wissen – geht man lieber aus dem Weg. Zum Zusehn
brauchen sie in solcher Zeit Niemand an Deck. Ich weiß nicht
wie lange ich geschlafen hatte – aber eingenickt war ich, als


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