Gourrama - Friedrich Glauser - Страница 1 из 365


frémi…
                 
Mallarmé, Don du poème 1. Kapitel
Der vierzehnte Juli Nur noch zwei Kilometer«, sagte der
alte Kainz. »Du kannst schon den Turm vom Posten sehn…
Jetzt! Schau! Dort, wo's blitzt, liegt das Zimmer vom Alten.«
Er hielt sich am Steigbügel fest und keuchte, denn er war alt.
»Wüllst net du jetzt reiten?« fragte Todd,
während er sich den Schweiß aus den spärlichen
Barthaaren wischte. – »Na, na!« Kainz
schüttelte den vertrockneten Kopf und fuhr mit seinem Nastuch
unter den Tropenhelm. Es war erst neun Uhr morgens, aber die Sonne
brannte schon heiß. Die dritte Sektion der 2. Compagnie
montée vom 3. Fremdenregiment hatte ein Detachement von zwanzig
Mann, das aus Algerien zur Verstärkung gekommen war, von Atchana
abgeholt. Die Truppe marschierte nach Gourrama zurück, einem
kleinen Posten im südlichen Marokko. Grau war die Ebene und
tiefe Gräben zerteilten sie. Die Ränder fielen steil ab, und
es sah aus, als habe Hitze und Trockenheit die Erde auf weite Strecken
gespalten. Aber im Winter flossen in den Spalten Bäche –
herab von den Bergen aus rotem Stein, die fern in der Sonne
flimmerten. Und im Osten, hinter ihnen, bauten sich die Schneegipfel
des Hohen Atlas auf, weißblendend wie glühendes Silber,
gegen den dunkelblauen Himmel. An der Spitze der Kolonne ritt
Sergeant Hassa, ein Böhme mit falschen Augen, der in
Colomb-Béchar das Kommando über die ›Neuen‹


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