Der Mensch als Symbol - Georg Groddeck - Страница 1 из 233


über
Sprache und Kunst von Georg Groddeck  
  1933
Internationaler Psychoanalytischer Verlag
Wien     1 In den zehn
Jahren, die seit meinen letzten Mitteilungen über die
Arbeitshypothese vom Es des Menschen verstrichen sind, hat sich nichts
ereignet, was mich veranlassen könnte, diese vielfach erprobte
Betrachtungsart aufzugeben oder etwas Wesentliches daran zu
ändern. Die Behauptung, daß alles Menschliche von
diesem in unaufklärbares Geheimnis gehüllten Wesen
abhängig ist, halte ich aufrecht, und ebenso bleibe ich dabei,
daß niemand in die Tiefen des Es hineinschauen kann. Dagegen
kann ich einiges von jenen Formen des Es erzählen, die bisher
wenig besprochen worden sind. Ich halte es auch für notwendig zu
betonen, daß eine dieser Formen das Ich ist. Wie ich mir das
denke, habe ich in dem »Buch vom Es« soweit mitgeteilt,
als ich es konnte. Eine andere Form des Es, die mir
zugänglicher ist, möchte ich als das Zwiefache des Es
bezeichnen: Alles Menschliche läßt sich als zugleich
männlich-weiblich und kindlich-mannbar betrachten. Etwas
Weiteres ist die Erfahrung, daß das Es sich ebenso
selbständig und ebenso gegenseitig abhängig in dem Leben des
Gesamtmenschen wie in den Teilen dieses lebenden Menschen offenbart,
oder um es anders auszudrücken: Es hat den Anschein, als ob
zwischen dem Ganzen des Menschen und der Zelle oder noch kleineren


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