Das Buch vom Brüderchen - Gustaf af Geijerstam - Страница 1 из 207


Roman einer Ehe
So laßt mich scheinen, bis ich werde,
Zieht mir das weiße Kleid nicht aus!
Ich eile von der schönen Erde
Hinab in jenes feste Haus. Dort ruh' ich eine kleine Stille,

Dann öffnet sich der frische Blick;
Ich lasse dann die reine Hülle,
Den Gürtel und den Kranz zurück. Und jene himmlischen
Gestalten,
Sie fragen nicht nach Mann und Weib,
Und keine Kleider, keine Falten
Umhüllen den verklärten Leib. Zwar lebt' ich ohne
Sorg' und Mühe,
Doch fühlt' ich tiefen Schmerz genung;
Vor Kummer altert' ich zu frühe:
Macht mich auf ewig wieder jung. Aus Goethes Wilhelm
Meister. Einleitung Es war einmal ein
Schriftsteller, der glücklich mit seiner Frau und seinen drei
Kindern lebte. Er war so glücklich, daß er es selbst nicht
begriff, und aus all dem heraus schrieb er viele Bücher von dem
Unglück der Menschen. Es war nicht die Liebe, in der sein
höchstes Glück lag. Auch bestand es nicht in der
Vaterfreude, die er naiv als eine so natürliche Sache nahm, als
könnten Eltern nie etwas anderes als Freude an ihren Kindern
erleben. Auch darin lag es nicht, daß der seltene Vogel, den man
ungebrochene Jugend nennt, noch nach vieljähriger Ehe in seinem
Hause in sicherem Neste saß. Sein höchstes Glück


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