Die Menschen auf Braenna - Gustaf af Geijerstam - Страница 1 из 216


die Stille hinaus. Die Hündin, die den ganzen Tag geknurrt und
nach dem Walde hinübergeblafft, hatte sich beruhigt. Das
wütende Gekläff, das Kari in Schlaf und unruhige Träume
begleitet hatte, war verstummt. Sie schloß die Augen, –
wollte weiter schlafen, es war sicher erst Mitternacht, und die
winzige, bleigefaßte Scheibe stand wie ein mattgrauer Fleck in
der weichen Dunkelheit, Es hatte den ganzen Tag geregnet, aber jetzt
hatte es aufgehört und der Wind hatte sich gelegt. Durch das
dumpfe Brausen des Flusses, der jetzt in der Frühjahrsschmelze
mächtig rauschte, hörte sie den spröden Ton von
Tropfen, die vom Torfdach fielen. Die Hündin heulte wieder,
sie blaffte nicht, sie winselte unheimlich und jammernd, – nicht
so, als wenn sie das Kommen von Leuten ankündigte oder als wenn
Landstreicher den Hof betraten, so heulte sie auch nicht um Wölfe
oder Bären. Sie hatte eine neue Sprache, die Kari nicht verstand,
die sie aber mit stechendem Entsetzen durchfuhr, was ist das? dachte
sie. Warum ist die Hündin so toll?
Beängstigende Gedanken strichen an Kari vorbei, Glut, die
irgendwo schwelte, um dann loszubrechen, wie in jener Nacht, deren sie
sich aus der Kindheit erinnerte, als der Vater sie fast nackt
hinaustrug und alles um sie her in Flammen stand, – jener Nacht,
als der väterliche Hof abbrannte. Der Hund verstummte
wieder, und die Stille, die nun eintrat, war wie etwas Lebendiges,


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