Flederwischs Heirat - Gyp - Страница 1 из 194


Heirat Autorisierte Uebersetzung aus dem Französischen von

Emmy Becher Verlag von J. Engelhorn.
1896. Erstes Kapitel.
»Eine Offiziersfrau – danke! Nettes Handwerk, das! Da
möcht' ich ungefähr ebensogern Droschkengaul werden!«
Die Marquise von Bray zuckte die Achseln. »Wenn ich
dir sage, um was für einen Offizier sich's handelt ...«
»Und wenn's dieser Herr von Trêne wäre, für
dessen Schick alle Welt schwärmt, so hält' ich doch keine
Lust ...« »Du hättest keine Lust? Wirklich und
wahrhaftig nicht? Du hast aber keineswegs das Recht, so
wählerisch zu sein ...« »›... denn dein
Vater hat dir nichts als Schulden hinterlassen und du hast keinen
roten Heller‹ – den Satz hast du mir so oft wiederholt,
daß ich ihn am Schnürchen aufsagen kann.«
»Nun, und?« »Nun, und wenn ich auch keinen
roten Heller habe, werde ich doch nicht jemand heiraten, den ich nicht
gern habe.« »Um so weniger,« schaltet der
Marquis zaghaft ein, »als du zwar nicht reich bist, aber
immerhin eine Mitgift hast.« »Eine Mitgift?«
wiederholte das junge Mädchen erstaunt. »Woher denn? Es
müßte denn sein, du schenktest sie mir ...« Die
zärtlichen blaßgrauen jungen Augen, die hinter auffallend
langen und dichten Wimpern verborgen waren, hefteten sich mit inniger
Liebe auf den Stiefvater. »Wie


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