Magenta und Solferino, Band 2 - Hermann Ottomar Friedrich Goedsche - Страница 1 из 452


politischer Roman aus der Gegenwart 1865 Zweiter Band
(Fortsetzung.) Das Mene Tekel der Revolution!
Lebendig begraben! Haspinger, ohne sich um das Paar zu
kümmern, von dem die Gräfin eine Zeitlang wirr umher
starrte, ehe sie die Erinnerung an die furchtbaren Ereignisse wieder
fand, hatte die Bunda genommen, die vorher den Schatz geborgen, und
zog das Besteck aus der Tasche. Nach der Anweisung des Verwundeten,
dessen Hand die des Mädchens festhielt, und von seinen
Erfahrungen in Krieg und Jagd unterstützt, untersuchte er mit der
Sonde die Wunde und fand bald die Kugel, die an dem Schulterknochen
sitzen geblieben war. Ohne einen Laut des Schmerzes von sich zu geben,
ließ der Slowak sie von der ungeübten Hand des alten
Gemsenjägers ausziehen und die Wunde dann verbinden.
»Gott und dem heili Antoni sei Dank« sagte der Alte,
»der Mordbuab hat Oes nit zum Tod g'troffen.«
»Warum mißgönnen Sie mir den raschen Tod?« frug
der Verwundete. »Um uns ist die Nacht des Grabes, der wir nicht
entrinnen können, und traurig ist es, Die sterben zu sehen, die
man liebt!« »Der Hergott und die Heili sein über
uns« sagte der alte Mann mit Ruhe. »So lang uns sei Odem
in der Brust is, soll ma nit verzweifeln an der Rettung. Es find halt
schon gnua Leut begrab'n worden von der Lawin' und die Heili hab'ns
wieder an's Tagslicht g'führt!« »Gewiß,


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