Der Besenbinder von Rychiswyl - Jeremias Gotthelf - Страница 1 из 38


Erzählung (1852) Glücklich möchten alle Menschen
werden. Wenn sie reich wären, würden sie auch glücklich
sein, meinen die meisten, meinen, Glück und Geld verhielten sich
zusammen wie die Kartoffel zur Kartoffelstaude, die Wurzel zur
Pflanze. Wie irren sie sich doch gröblich, wie wenig verstehen
sie sich auf das Wesen der Menschen und haben es doch täglich vor
Augen! Die Heilige Schrift sagt, denen, die Gott lieben,
täten alle Dinge zum Besten dienen, und so ist es auch. Geld ist
und bleibt Geld, aber die Herzen, mit denen es zusammenkommt, sind so
gar verschieden; daher erwächst aus den verschiedenen Ehen von
Herz und Geld ein so verschiedenes Leben, und je nach diesem Leben
bringt das Geld Glück oder Unglück. Aufs Herz kommt es an,
ob man durch Geld glücklich oder unglücklich werde. Klar hat
Gott eigentlich dies an die Sonne gelegt, aber leider sehen die
Menschen gar selten klar die klarsten Dinge, machen sie vielmehr
dunkel mit ihrer selbstgemachten Weisheit. Am Besenbinder von
Rychiswyl greifen wir aus den hundert Exempeln, an welchen wir die
obige Wahrheit angeschaut, eins heraus, welches ein Herz zeigen soll,
dem Geld Glück brachte. Besen sind bekanntlich ein
schreiendes Bedürfnis der Zeit und waren das freilich schon seit
langen Zeiten. Derartige Bedürfnisse, die täglich und
wöchentlich befriedigt sein wollen, gibt es viele in jedem Haus
und allenthalben Menschen, welche es sich freiwillig zur angenehmen


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