Die Wassernot im Emmental - Jeremias Gotthelf - Страница 1 из 105


August 1837 Erzählung (Geschrieben ab 1838, Erstdruck 1852)
Vorwort Es gab eine Zeit, wo man ob den Werken Gottes Gott
vergaß, wo die dem menschlichen Verstande sich
erschließende Herrlichkeit der Natur die Majestät des
Schöpfers verdunkelte. Diese Zeit geht vorbei. Aber noch weilt
bei vielen der Glaube, das Anschauen der Natur führe von Gott ab,
Gott rede nur in seinem geschriebenen Worte zu uns. Für seine
Stimme, die tagtäglich durch die Welten zu uns spricht, haben
diese keine Ohren; daß Gott zu seinen Kindern rede in
Sonnenschein und Sturm, daß er im Sichtbaren darstelle das
Unsichtbare, daß die ganze Natur uns eine Gleichnisrede sei, die
der Christ zu deuten habe, täte jedem not zu erkennen. Zu
Förderung dieser Kenntnis ein Scherflein beizutragen, versuchte
die nachstehende Darstellung der Unterschriebene. Wer zu deuten
weiß, was der Herr ihm schickt, verliert nimmer das Vertrauen,
und alle Dinge müssen zur Seligkeit ihm dienen. Fände in
dieser Wahrheit Trost ein Unglücklicher, würde sie den
rechten Weg einem Irrenden erleuchten, offenbar machen einem Murrenden
die Liebe des Vaters, zur Anschauung des Unsichtbaren einen Menschen
führen, dessen fünf Sinne seine einzigen Wahrnehmungsquellen
waren, dann hätte der Verfasser seinen Zweck erreicht; andere
Ansprüche macht er nicht. Zu treuer Darstellung des Ereignisses
waren andere berufener als er; aber da alle schwiegen, versuchte er


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