Briefe an Charlotte Stein, Band 1 - Johann Wolfgang von Goethe - Страница 1 из 491


1776 – 1780
Goethe im Jahre 1776 Charlotte Stein,
Selbstportrait 1776 1 [Weimar,
Anfang Januar?] Ebendesswegen! – – – – Und
wie ich Ihnen meine Liebe nie sagen kann, kann ich Ihnen auch meine
Freude nicht sagen. – Was ich auch meiner Schwester gönne
das ist mein, in mehr als Einem Sinne mein! – Aber –
Ebendesswegen – werd ich nie mit siegeln – und ich
wäre das nicht werth wenn ich das nicht gefühlt hätte

            G.
2 [Nach dem 7. Januar] Ich muss Ihnen noch einen danck
für das Wurst Andencken und eine Gute Nacht sagen. Mein Peitschen
Hieb übers Aug ist nur allegorisch wies der Brand an meinem
Billet von heut früh auch ist. Wenn man künftig die Fidibus
hier zu Lande so galant kneipen wird wie ein süss Zettelgen,
wirds ein trefflich leben werden. Ich bin geplagt und so gute
Nacht. Ich hab liebe Briefe kriegt, die mich aber peinigen weil sie
lieb sind. Und alles liebe peinigt mich auch hier ausser Sie liebe
Frau, so lieb Sie auch sind. Drum das einaugige Gekrizzel zu Nacht.
            G.
3 Eins nach dem andern! schön! sehr schön! und nun
noch gar die Briefe. Ein halb duzzend Thorheiten stecken in dem
Einfall Ihnen das Packet zu schicken. Lachen Sie nicht etwa heimlich
über mich, ich versichre ich kenne sie alle. Dass es nur niemand


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