Briefe von Goethe an Johanna Fahlmer - Johann Wolfgang von Goethe - Страница 1 из 81


zeichnet Goethe (Wahrheit und Dichtung, 14. Buch W. 22, 214) eine
durch ein besonderes Lob aus: »Demoiselle Fahlmer, von
Düsseldorf nach Frankfurt gezogen, und jenem [dem Jacobi'schen]
Kreise innig verwandt, gab durch die große Zartheit ihres
Gemüths, durch die ungemeine Bildung des Geistes, ein
Zeugniß von dem Werth der Gesellschaft, in der sie
herangewachsen.« Von beiden Eigenschaften geben ihre
hinterlassenen Papiere, namentlich ihr ausführliches Tagebuch,
noch mehr der segensreiche Einfluß, welchen sie als Frau und
Mutter in engeren Kreisen äußerte, einen vollgültigen
Beweis; ihr Geist und Herzensadel vererbte sich auf eine Tochter,
welche an der Seite ihres edeln Gemahls, des trefflichen David
Hasenclever, den bedeutendsten Männern des Landes, einem Arndt,
Brandis u. A. eine gern und oft aufgesuchte Gastlichkeit in dem
schönen Ehringhausen bot; und beider Eltern, so wie der
Verwandten Tugenden sind in der gediegenen Familie jener
tüchtigen Männer und Frauen, die seit Jahrhunderten aus
ihrem stillen Thale die Früchte ihres Fleißes über
ferne Meere senden, erblich und anerkannt geblieben. Aber von
einem Schatze, welchen Johanna Fahlmer den Ihrigen hinterlassen hat,
waren bisher nur einzelne Goldkörner bekannt geworden: mit
lebhaftem Danke mache ich von der Erlaubniß der Angehörigen
Gebrauch, indem ich nachfolgende Blätter aus Goethes Jugend nebst
einigen Auszügen aus der Correspondenz ihrer frommen und


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