Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer - Johannes Gillhoff - Страница 1 из 288


Inhalt:        
Vorwort des Verfassers Die Überfahrt Ein langer
Monat Auf eigener Farm Indianergeschichten und
Kinderbriefe Auf der Weltausstellung in Chicago Am
Sterbebett der Mutter Von Kirchen und Pastoren Beim
Maispahlen Der Exam. Von einer jungen Lehrerin
    und von alten Erinnerungen Allerlei
Lesefrüchte Jürnjakob, das ist Heimweh! Leg
den Brief zu Matthäi 5! Vorwort
Auf der südwestmecklenburgischen Heide liegt ein stilles
Bauerndorf, das seine wendische Hufeisenform von Westen öffnet.
Seine dunklen Strohdächer senken sich tief hernieder; warm und
weich umhüllen sie Menschenleid und -freud. Vor dem
festgefügten Hufeisen hängt ein alter Strohkaten müde
und halb versackt in seinen Pfosten und Riegeln. Für
hochmütige Menschen ist da kein Raum, weil die Stubendecke zu
niedrig ist. So sagt Jürnjakob Swehn, und er muß es wissen,
denn er ist in dem alten Tagelöhnerkaten aufgewachsen. Aber nicht
darin verblieben. Das Streben nach eigen Hüsung und eigen
Land trieb ihn fort wie so viele. In harter Arbeit wahrten sie doch
den Zusammenhang mit der Heimat, und regelmäßig zu
Weihnacht flogen ihre Briefe dem Lehrer ins Haus. Der las sie den
Angehörigen vor, denn das Lesen der amerikanischen Briefe war
auch eine Kunst. Die meisten kamen nicht hinaus über


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