Der Pilger Kamanita - Karl Adolph Gjellerup - Страница 1 из 322


Hügel Einst wanderte der Buddha im Lande Magadha von Ort zu
Ort und kam nach Rajagaha. Der Tag ging schon zur Neige, als der
Erhabene sich der Stadt der fünf Hügel näherte. Gleich
dem Abglanz einer segnenden Götterhand breiteten sich die milden
Strahlen der Sonne über die weite, mit grünen Reisfeldern
und Wiesen bedeckte Ebene. Hier und dort zeigten kleine an der Erde
hinkriechende Wölkchen, wie aus reinstem Goldstaube, daß
Menschen und Ochsen von der Feldarbeit heimkehrten; und die
langgestreckten Schatten der Baumgruppen waren wie von einer
regenbogenfarbigen Glorie umgeben. Aus dem Kranze der blühenden
Gärten glänzten die Torzinnen, Terrassen, Kuppeln und
Türme der Hauptstadt hervor, und in unvergleichlichem
Farbenschmelz, als wären sie aus Topasen, Amethysten und Opalen
gebildet, lag die Reihe der Felsenhügel da. Von diesem Anblick
ergriffen, blieb der Erhabene stehen. Mit Freuden begrüßte
er jene vertrauten Formen, die so manche Erinnerungen für ihn
bargen: das graue Horn, das breite Joch, den Seherfelsen und den
Geierkulm, »dessen schöner Gipfel die andern wie ein Dach
überragt«; –vor allen aber Vibhara, den Berg der
heißen Quellen, der mit seiner Höhle des Sattapannibaumes
dem Heimatlosen eine erste Heimat bereitet hatte – die erste
Rast auf dem letzten Wege vom Sansara ins Nirvana. Denn als er
damals »noch in frischer Blüte, mit glänzendem,
dunklem Haar, im Genusse glücklicher Jugend, im ersten


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