Der Zauberer von Rom, 5. Buch - Karl Gutzkow - Страница 1 из 751


»C. M. B. – Caspar, Melchior, Balthasar –!
Diese Namen der heiligen drei Könige aus dem Morgenland schrieb
die alte Zeit, um dem Heiland eine Weihnachtskrippe zu bereiten,
über Thür und Schwelle eines jedes Christenhauses. Aber sie
können noch mehr sagen, diese heiligen drei Könige aus dem
Morgenland! Sie können euch auch rufen: C. M. B.:
C–reuzige M–eine B–egierden! C. M. B.:
C–hrist M–ein B–ekenntniß! C. M. B.:
C–hristus M–eine B–ahn! C. M. B.:
C–ommunicire M–it B–edacht! C. M. B.:
C–abalen M–üssen B–rechen! C. M. B.:
C–abinetsweisheit M–acht B–ankerott!« In
dieser nicht eben harmlos zeitgemäßen Weise war am heiligen
Dreikönigstag in der uralten Archipresbyteriatskirche zwischen
Witoborn, Stift Heiligenkreuz und Schloß Westerhof gepredigt
worden vor einer aus Hoch und Niedrig bestehenden Gemeinde, die auch
deshalb so zahlreich vertreten war, weil alles erwartete, es
würde der von vierundzwanzig Damen gefertigte Wunderteppich, die
vom Doctor Laurenz Püttmeyer gezeichnete Vision der
»Seherin von Westerhof«, heute vom Pfarrer Norbert
Müllenhoff feierlich geweiht werden. Diese »Weihe«
mußte dem ersten Betreten des Teppichs durch den erwarteten
Archipresbyter vorangehen. 4 Es verging aber noch längere
Zeit, bis diese heilige Handlung vollzogen werden konnte. Die Damen
hatten zu viel für den Kirchenfürsten zu sticken gehabt, zu
sehr jenen Müllenhoff'schen – »Bankerott aller


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