Uriel Acosta - Karl Gutzkow - Страница 1 из 93


Aufzügen. Vorwort Nach einer im Herbst 1833 geschriebenen
Erzählung des Verfassers: »Der Sadducäer von
Amsterdam«, folgte dreizehn Jahre später, bei einem
Frühlingsaufenthalt in Paris, die Umwandlung derselben in ein
Drama. Die Eindrücke des Spiels einer Rachel, eines Ligier,
Beauvallet, Frédéric Lemaitre trugen zum Ton und zur
Haltung des neuen Werkes bei. Dennoch dürfte der auffallende
Umstand, daß dasselbe vorzugsweise in slavisch-romanische
Sprachen übersetzt wurde (außer, von Rubin in Galacz, ins
Hebräische, von Josephsohn ins Schwedische, von mehreren Andern
ins Ungarische, Böhmische, Polnische, Italienische, von Neffzer
ins Französische), nicht seinen Grund in den
Aeußerlichkeiten der Form haben, sondern im Inhalt. Letzterer
gab einen harmonischen Akkord zu den geistigen Befreiungskämpfen
jener Völker. Eine englische Uebersetzung wurde nur in Amerika
versucht. Die Bewegung einer Emanzipation von geistigen Fesseln fehlt
in England. Die dort unter der Kontrolle der Gouvernanten stehende
schöne Litteratur würde nur ein Drama übersetzt haben,
das Märtyrer der Orthodoxie feiert. In Deutschland wurde
»Uriel Acosta« ein Witterungsbarometer für die
öffentlichen Zustände. Nahm die kirchliche Reaktion zu, so
erfolgte auf der Bühne ein Verbot; fand ein Systemwechsel statt,
so ließ man »Uriel Acosta« frei. Für
Oesterreich war charakteristisch, daß sich die Zulassung dauernd


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