Das Leben des Klim Samgin - Maxim Gorki - Страница 1 из 838


Originellen; als seine Frau ihm den zweiten Sohn geboren hatte und
Samgin am Bett der Wöchnerin saß, beteuerte er ihr
unaufhörlich: »Weißt du, Wera, wir geben ihm
einen seltenen Namen. Wir haben die ewigen Iwans und Wassilis satt,
wie?« Die von den Geburtswehen erschöpfte Wera Petrowna
antwortete nicht. Ihr Gatte richtete seine Taubenaugen auf das
Fenster, zum Himmel, wo die windzerfetzten Wolken bald an Eisgang auf
dem Fluß, bald an die zottigen Hügel im Moor erinnerten.
Dann zählte Samgin besorgt auf, die Luft mit dem kurzen,
rundlichen Finger durchbohrend. »Christophorus? Kirik?
Wukol? Nikodemus?« Jeden Namen vernichtete eine
ausstreichende Geste, und nachdem er so ein gutes Dutzend
ungebräuchlicher Namen durchgegangen war, rief er befriedigt aus:
»Samson! Samson Samgin – ich hab's! Das ist nicht
schlecht! Name eines biblischen Helden, und der Nachname – oh,
mein Nachname ist originell!« »Rüttle nicht am
Bett«, bat leise die Frau. Er entschuldigte sich,
küßte ihre Hand, die kraftlos und seltsam schwer war, und
horchte lächelnd auf das böse Pfeifen des Herbstwinds und
das klägliche Winseln des Kindes. »Ja – Samson!
Das Volk braucht Helden! Doch – ich werde noch einmal
nachdenken. Vielleicht... Leonid?« »Sie ermüden
Wera mit Kleinigkeiten«, bemerkte strenge Maria Romanowna, die
Hebamme, während sie das Neugeborene wickelte. Samgin warf


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