Das Werk der Artamonows - Maxim Gorki - Страница 1 из 427


Leibeigenschaft, am Tage der Verklärung Christi, fiel den
Pfarrkindern der Kirche zum heiligen Nikolaus »auf den
Pfählen« während der Messe ein Fremder auf. Er
drängte sich durch die Menschenmenge, stieß alle
unhöflich an und stellte vor den in der Stadt Driomow am meisten
geachteten Heiligenbildern kostbare Kerzen auf. Er war ein
kraftstrotzender Mann mit einem großen, geringelten, stark
angegrauten Bart, mit einer dichten Kappe dunkler, auf Zigeunerart
krauser Haare; die Nase war groß; unter den höckerigen,
dichten Brauen blickten verwegen graue, bläulich schimmernde
Augen, und man sah, daß die breiten Handflächen bis an die
Knie reichten, wenn er die Arme herabhängen ließ. Er trat
in der Reihe der angesehenen Stadtbürger zum Kreuz. Das
mißfiel den Leuten vor allem, und als die Messe vorüber
war, blieben die Honoratioren von Driomow am Kircheneingang stehen, um
ihre Gedanken über den Fremden auszutauschen. Die einen meinten,
er wäre ein Händler, die andern – ein Dorfvogt, der
Stadtälteste, Jewsej Bajmakow, ein friedlicher Mensch von
schwacher Gesundheit, aber mit einem guten Herzen, sagte indessen,
leicht hüstelnd: »Vermutlich gehört er zum Hofgesinde
und ist Leibjäger oder irgend was anderes auf dem Gebiet
herrschaftlichen Zeitvertreibs.« Der Tuchhändler
Pomialow, mit dem Spitznamen »die verwitwete
Küchenschabe«, ein geschäftiger Lüstling und
Liebhaber böser Worte, ein häßlicher, pockennarbiger


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