Die alte Isergil - Maxim Gorki - Страница 1 из 413


Wind, trug die versonnene Melodie der patschend ans Ufer springenden
Wellen in die Steppe und raschelte in den Uferbüschen. Manchmal
fegte ein Windstoß runzlige, gelbe Blätter heran, warf sie
ins Feuer und ließ die Flamme auflodern; das uns umgebende
Dunkel der Herbstnacht zuckte, wich ängstlich zurück und
enthüllte für einen kurzen Moment links die grenzenlose
Steppe, rechts das unendliche Meer und mir genau gegenüber die
Gestalt Makar Tschudras, des alten Zigeuners – er bewachte die
Pferde seines Lagers, das etwa fünfzig Schritt von uns entfernt
aufgeschlagen war. Er achtete nicht darauf, daß die kalten
Windstöße seinen Bauernrock aufrissen, die behaarte Brust
entblößten und erbarmungslos peitschten, sondern blieb
halbaufgerichtet in malerischer, kraftvoller Haltung liegen, das
Gesicht mir zugewandt, sog gleichmäßig an seiner gewaltigen
Tabakspfeife, stieß dichten Rauch aus Mund und Nase, starrte
regungslos über mich weg ins totenstille Dunkel der Steppe,
redete ununterbrochen und rührte keine Hand, um sich gegen die
heftigen Windstöße zu schützen. »Du ziehst
umher? Das ist gut! Du hast ein herrliches Los gewählt,
mein Falke. So muß es sein: Zieh umher und sieh dir alles an;
hast du alles gesehen, dann leg dich und stirb – das ist alles!
Das Leben? Andere Menschen?« fuhr er fort, nachdem er sich
meinen Einwand gegen sein »So muß es sein« skeptisch


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