Ehemalige Leute und andere Erzählungen - Maxim Gorki - Страница 1 из 382


einstöckiger, alter, elender Häuser mit schiefen Wänden
und Fenstern, die sich eng aneinanderlehnen. Die löcherigen
Dächer dieser von der Zeit mitgenommenen menschlichen Behausungen
sind mit Baumrinde geflickt und mit Moos bewachsen; hier und da werden
sie von hohen Stangen mit Starkästen überragt und vom
staubigen Grün des Holunders und krüppeliger Weiden
beschattet – der armseligen Flora der von der Armut bewohnten
Stadtenden. Die vom Alter trübgrünen Fensterscheiben der
Häuser sehen einander wie feige Spitzbuben an. In der Mitte der
Straße kriecht eine zwischen tiefen, vom Regen ausgewaschenen
Löchern sich windende Radspur zum Berge hinauf. Hier und da
liegen mit Steppengras bewachsene Haufen Schutt und Geröll
– die Überreste oder Anfänge von Dämmen, welche
die Bewohner im Kampfe mit den hier zusammenlaufenden
Regenwasserströmen vergeblich errichteten. Auf dem Berge oben
verstecken sich hübsche, steinerne Häuser im üppigen
Grün der Gärten, Kirchtürme erheben sich stolz in den
blauen Himmel, und ihre goldenen Kreuze funkeln blendend im
Sonnenschein. Wenn es regnet, läßt die Stadt ihren
Schmutz in jene Straße hinablaufen, ist es trocken,
überschüttet sie dieselbe mit Staub, – und alle diese
mißgestalteten Häuser scheinen ebenfalls von dort oben
heruntergeworfen zu sein, weggekehrt wie Schutt von einer
mächtigen Hand. Platt am Boden klebend, sind sie über
den ganzen Berg verstreut, kläglich, halbverfault und von Sonne,


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