Abende auf dem Vorwerke bei Dikanjka und andere Erzählungen - Nikolai Gogol - Страница 1 из 672


›Abende auf dem Vorwerke bei Dikanjka‹? Was sind das
für ›Abende‹? Und die hat irgendein
Bienenzüchter in die Welt hinausgeschleudert! Gott sei Dank, man
hat wohl noch zuwenig Gänse gerupft, um Federn zu bekommen, und
zu wenig Lumpen für Papier verbraucht! Noch zu wenig Volk und
Gesindel jedes Standes hat sich die Finger mit Tinte beschmutzt! Jetzt
bekommt auch so ein Bienenzüchter Lust, es den anderen
gleichzutun! Es gibt wirklich so viel bedrucktes Papier, daß man
nicht mehr weiß, was man darin alles einwickeln soll.«
Mein ahnungsvolles Herz hat alle diese Reden schon vor einem Monat
gehört! Das heißt, ich will sagen, daß, wenn
unsereiner, ein Vorwerksbewohner, seine Nase aus seiner Einöde in
die große Welt steckt – du lieber Himmel! –, es
für ihn dasselbe ist, wie in die Gemächer eines
großmächtigen Herrn zu treten: alle umringen ihn sofort und
beginnen ihn zum Narren zu halten; es wäre noch nicht so schlimm,
wenn es nur die höheren Lakaien täten; nein, aber irgendein
abgerissener Junge, ein Lausejunge, der im Hinterhofe herumwühlt,
auch der fällt über einen her; und sie fangen an, mit den
Füßen zu stampfen und zu fragen: »Wohin? Wohin? Was
suchst du hier? Geh, du Bauer, pascholl! . . .«
Ich will euch sagen . . . Aber was soll ich überhaupt
sagen! Es fällt mir leichter, zweimal im Jahr nach Mirgorod
hinüberzufahren, wo mich seit fünf Jahren weder ein Kanzlist
vom Landgericht noch der ehrwürdige Herr Priester gesehen hat,


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