Phantastische Geschichten - Nikolai Gogol - Страница 1 из 248


Ichak Der letzte Tag vor dem Weihnachtsfeste war verstrichen.
Klar brach die Winternacht an, die Sterne schauten hervor, der Mond
stieg majestätisch am Himmel empor, um allen guten Leuten und der
ganzen Welt zu leuchten, auf daß allen fröhlich ums Herz
sei, wenn nach dem Weihnachtsbrauch unter den Fenstern Christi Lob und
Preis gesungen würde.Dieses Singen unter den Fenstern am
Weihnachtsabend nennt man bei uns »Koljadowatj«, und die
Lieder heißen »Koljadki«. Dem, der da singt, wirft
der Hausherr oder die Hausfrau, oder wer sonst zu Hause bleibt, stets
eine Wurst, ein Brot, einen Kupfergroschen oder was er gerade besitzt,
in den Sack. Man sagt, es habe einmal einen Narren namens
»Koljada« gegeben, den man für einen Gott gehalten
habe, und der Name Koljadki für die Lieder rührte daher. Wer
will das wissen. Es ist nicht Sache von uns einfachen Leuten, uns
hierüber auszusprechen. Voriges Jahr wollte der Vater Ossip es
verbieten, in den einzelnen Weilern die »Koljadki« zu
singen, da, wie er behauptete, dies ein Tribut sei, den das Volk dem
Satan bringe. Allein, um die Wahrheit zu sagen, in den
»Koljadki« findet sich auch nicht ein Wort über den
»Koljada« Man singt oft von der Geburt Christi und
wünscht zum Schluß dem Hausherrn, der Hausfrau, den Kindern
und dem ganzen Hause eine gute Gesundheit. Der Frost war noch
schneidender als am Morgen; aber dafür war es so still, daß
man das Knirschen des Schnees unter den Stiefeln eine halbe Werst weit


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