Taraß Bulba - Nikolai Gogol - Страница 1 из 204


Deutsch von Korfiz Holm   1940 Albert Langen / Georg
Müller / München 16. bis 20. Tausend Erstes
Kapitel »Dreh dich schnell einmal um, mein Sohn!
Lächerlich siehst du aus! Was habt ihr für Pfaffenkutten am
Leib? Lauft ihr auf der Akademie alle in solchen Kutten herum?«
So begrüßte der alte Bulba seine beiden Söhne, die
auf der geistlichen Schule in Kiew studiert hatten und nun ins
Vaterhaus heimkehrten. Die Söhne, stämmige Burschen, die
als kürzlich entlassene Seminaristen noch ein bißchen
ducknackig dreinsahen, waren grade von den Pferden gestiegen. Ihre
kräftigen, gesunden Gesichter zeigten den ersten Bartflaum, den
noch kein Rasiermesser berührt hatte. Daß ihr Vater sie so
empfing, verblüffte sie nicht wenig; sie standen reglos, mit
gesenkten Lidern. »Halt, halt! Laßt euch doch richtig
ansehn!« fuhr Bulba fort. »Was für lange Kittel habt
ihr da an? So was von Kitteln! Solche Kittel muß es auf der Welt
noch nicht gegeben haben. Lauft doch einmal ein Stück! Ich
möchte sehn, ob ihr nicht über eure Schöße
stolpert und in den Dreck fliegt.« »Laß doch das
dumme Lachen, Vater, laß das!« sagte endlich der
ältere von den beiden. »Sieh nur den Hitzkopf an!
Warum soll ich nicht lachen?« »Darum! Und magst du
zehnmal unser Vater sein – wenn du mich auslachst, nun, bei
Gott, dann hau ich zu!« »Na, du bist mir ein Sohn . .
.! Was . . .? Deinen Vater . . .?« sagte


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