Evander und Alcimna - Salomon Geßner - Страница 1 из 37


Schæferspiel. Erster Aufzug
Zweyter Aufzug Dritter Aufzug
Erster Aufzug. Erster Auftritt. Die Scene stellt
eine einsame Gegend mit Gestræuch und Bæumen vor.
Lamon und Chloe . Chloe . Woher so ernsthaft, mein Nachbar? Zwar
wir Leuthe haben immer was zu thun, wenn wir die Herde recht pflegen,
und unser kleines Gut, wie man thun soll, besorgen wollen. Lamon .
Du hast recht, redliches Weib! die Tage kommen und gehen bey der
Arbeit viel muntrer. Ich komme von einem heiligen Werk, die ich
niemals unterlasse; ich habe dem Pan die Erstlinge von fynf jungen
Bæumen im Hain geopfert, die ich an dem Tag zum Andenken
pflanzte, da Evander, mein Pfleg-Sohn mir ybergeben ward. Sie stehn
izt achtzehn Jahre; und sie wuchsen so schœn, daß es
scheint, die Gœtter wollen uns eine gute Vorbedeutung geben.
Chloe . Du bist ein frommer Mann, drum bist du so gesegnet; man ist
immer wol zu Muthe, wenn man redlich ist und die Gœtter ehrt;
besonders sollen Leute fromm seyn, die in ihrem Leben noch grosse
Geschichten erwarten. Was wird endlich aus der Sache werden? Wir
dœrfen hier uns wol von unserm Geheimniß unterhalten; (sie
sieht um sich her) wenn ich nur noch erlebe, was mit Alcimna, meiner
Pflege-Tochter, geschehen soll; es ist izt sechszehn Jahre, daß
sie mir ist anvertrauet worden. Pflege sie wol; es wird einst dein
Glyk seyn; und verschliesse das Geheimniß in dein innerstes. So


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