Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld - Silvio Gesell - Страница 1 из 861


durch Freiland und Freigeld Siebente Auflage  
1931   Stirn-Verlag Hans Timm  
Hochheim (Kreis Erfurt) Druck von R. Wagner Sohn in Weimar.

[Vorworte] Vorwort zur 3. Auflage.  
Großes Hoffen gibt große Ruh'!  
Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern
eine natürliche genannt werden, als sie der Natur des Menschen
angepaßt ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die
sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung
gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns
geben, eine Tat, und zwar eine bewußte und gewollte Tat.
Den Beweis, daß eine Wirtschaftsordnung der Natur des Menschen
entspricht, liefert uns die Betrachtung der menschlichen Entwicklung.
Dort, wo der Mensch am besten gedeiht, wird auch die
Wirtschaftsordnung die natürlichste sein. Ob eine in diesem Sinne
sich bewährende Wirtschaftsordnung zugleich die technisch
leistungsfähigste ist und dem Ermittlungsamt Höchstzahlen
liefert, ist eine Frage minderer Ordnung. Man kann sich ja heute
leicht eine Wirtschaftsordnung vorstellen, die technisch hohe
Leistungen aufweist, bei der aber Raubbau am Menschen getrieben wird.
Immerhin darf man wohl blindlings annehmen, daß eine Ordnung, in
der der Mensch gedeiht, sich auch in bezug auf Leistungsfähigkeit


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