Novellen - Théophile Gautier - Страница 1 из 164


Eine Nacht der Kleopatra
Der König Kandaules
Die goldene Kette der Bahchis
Zur Einführung Zu dem Kreise der romantischen
Künstler, die sich als »Cénacle« um Victor
Hugo scharten, gehörte auch Théophile Gautier, der 1811
bis 1872 lebte und zuerst bei Rioult Malerei betrieb. Obzwar er diesen
Beruf bald aufgab, um sich der Dichtung und Kunstkritik zu widmen,
wirkte diese seine erste Beschäftigung stark auf sein
schriftstellerisches Schaffen ein, denn für ihn war nur die
äußere Welt vorhanden, die Ideen galten ihm nichts, die
sichtbare Erscheinung alles. Mit einer unerhörten Kraft und
Anschaulichkeit, mit glühenden Farben und glänzender Diktion
schildert er Landschaften, Menschen und Gegenstände und darin
steht er als Meister da. Als eifriger Anhänger Victor Hugos
nahm er an der Seite der Romantiker lebhaften Anteil an dem Kampf
gegen die alte Schule; später gehörte er zu den Bewunderern
Balzacs. Er selbst übte auf Baudelaire, Paul Saint-Victor und Th.
de Banville starke Wirkung aus. Gautier sprach als erster das
Schlagwort l'art pour l'art aus. Es bedeutete für ihn die Idee
einer Kunst, die sich Selbstzweck ist, einer den sittlichen Aufgaben
der Dichtung, der Alltäglichkeit und der
Spießbürgermoral abgekehrten Richtung. Seinen
»Premières Poésies« 1830 folgte 1832
»Albertus«, eine theologische Legende, die ihn bald
berühmt machte. In dieser Dichtung taucht bereits seine Freude am


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