Briefe an eine Freundin - (Friedrich) Wilhelm (Christian Karl Ferdinand) Freiherr von Humboldt - Страница 1 из 475


erscheinen, werden gewiß als eine willkommene Zugabe zu den
gesammelten Werken Wilhelm von Humboldts empfangen werden. Oft ist der
Wunsch ausgesprochen, daß, außer den gelehrten Schriften,
die man allein und getrennt von denen wünschte, die nicht in
dieses Fach gehören, noch mehr Ungedrucktes, besonders Briefe,
erscheinen möchten. Die hier vorliegenden fallen in die Jahre von
1788 bis 1835. Jahre waren nötig, bis die Herausgeberin den
Entschluß fassen und festhalten konnte, von dem, was ihr
verborgenes Heiligtum war, etwas durch den Druck mitzuteilen. Endlich
überzeugte sie sich, daß das nicht untergehen darf, was
wesentlich zur Charakteristik eines wahrhaft großen Mannes
gehört. Was Wilhelm von Humboldt in bewegter,
geschichtlich-wichtiger Zeit dem Staat war; was er voll hoher
Humanität und edler Freisinnigkeit den Völkern, der
Menschheit leistete; was er für Wissenschaft und Gelehrsamkeit
erforschte, bewahrt die Geschichte und verzeichnet ihr Griffel auf
unvergängliche Tafeln. Aber in dem unerschöpflichen Reichtum
der Gedanken, der Tiefe der Empfindung, der Mannigfaltigkeit,
Höhe und Reinheit der Ideen, worin der Verewigte lebte, waltete
vor allem – wie der edle Bruder sich ausdrückt –
»das herrliche Gemüt, die Seele voll Hochsinn und
Adel«, die ihn belebte. Und wer kleidete seine Gesinnungen
in eine so kraftvolle und würdige Sprache! Doch ist diese, wie
schön sie auch war, nur die äußere Schale und


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