Ardinghello und die glückseeligen Inseln - (Johann Jakob) Wilhelm Heinse - Страница 1 из 442


Eine Italienische Geschichte aus dem sechzehnten Jahrhundert
Erster Band Es ist eine Lust, in den italienischen Bibliotheken
herumzuwühlen: man spürt auch in den geringeren zuweilen
unbekannte Handschriften auf. Ob ich an dieser, von welcher ich hier
die getreue Übersetzung liefre, einen guten oder schlechten Fund
getan habe, mag jeder Leser für sich bestimmen. Ich entdeckte sie
bei Cajeta in einer verfallnen Villa, die auf einer reizenden
Anhöhe den zaubrischen Meerbusen beherrscht, unter alten
Büchern und Papieren, als ich mit einem jungen Römer einen
glücklichen Herbst dort zubrachte, während er die
Verlassenschaft seines Oheims in Besitz nahm. Sollte
verschiedenen, wegen Ferne des Landes und der Zeit, einiges dunkel
oder zu gelehrt vorkommen: so können sie solches bequem
überschlagen und sich bloß an den Faden der Begebenheiten
halten; in der Natur selbst müssen die Weisesten manches so
vorbeigehn. Vielleicht findet mein Freund noch anderswo das
übrige der Geschichte; aus Familiennachrichten scheint hier
Fiordimona, die man darin kennenlernen wird, ihre Tage beschlossen zu
haben. Der Verfasser setzt seiner Schrift folgende Fabel vor, um
sinnlich zu machen, daß auch das Nützlichste
unschuldigerweise schädlich sein kann. »Ein
wächserner Hausgötze, den man außer acht gelassen
hatte, stand neben einem Feuer, worin edle campanische
Gefäße gehärtet wurden, und fing an zu schmelzen.


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