Moreau - Alfred Henschke - Страница 1 из 63


mit der Hand in die Luft. Die Bretagne blendete.
Mütterliche Güte strich über seine Stirn. Seine
Wimpern zitterten. Er wollte weinen. Aber er schlief ein. Hallo!
Welch ein Lärm! Zusammenklang der blechernen Trompeten und
hölzernen Schwerter. Schreie der kleinen Puppen mit Muschelaugen
und grasgrünen Kleidern. Moreau tritt in die Reihe der
Geschwister mit einem Papierhelm und einer Haselnußstaude als
Degen. Papa blickt über seine Hornbrille von den grauen Akten
auf. »Was willst du werden, Victor?« Moreau
salutiert: »General.« Man lacht. Soweit man mit einem
verstaubten Herzen noch lachen kann. Selbst die Akten lachen.
»Sieh da, General! Natürlich General! Madame, hören
Sie nur, er will General werden! Der Tausend.« Am Abend gab
es Käse zum Diner. Moreau aß keinen Käse. Papa
setzt die Hornbrille ab. Seine Augen hängen ihm wie Quallen aus
dem Gesicht. Pfui, was für häßliche Augen, denkt
Moreau. »Du mußt den Käse essen.«
Moreau sah dem Alten starr auf die Stirn: »Nein.«
Der Alte nahm die Haselnußstaude, die heute morgen Moreau als
Degen gedient hatte. Moreau sprang auf. Ein Puma. Er riß dem
Alten den Stock aus der Hand. »Mein Schwert,« schrie
er, »mein Schwert.« Dann warf er sich auf den Boden,
biß die Zähne in die Diele und blieb die ganze Nacht so
liegen.   Jeannette ist die Tochter des
Bäckermeisters Renoir zu Morlaix. Sie ist gleichaltrig mit


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