Pjotr - Alfred Henschke - Страница 1 из 94


Don, Dnjepr, Wolga, Oka treten über ihre Ufer. Schlamm
wälzt sich über die Weizenfelder, und viele Menschen
ertrinken. Winterblumen neigen gebrochen ihre Häupter.
Die Haselmäuse pfeifen vor Angst. Der Wind nimmt ihre Pfiffe und
bläst sie mit dicken Backen zu Posaunentönen auf, bis sie
kreischend zerplatzen. Die Bäume weinen Harz. Auf
tanzenden Eisschollen segeln erfrorene Schwäne. Ihre grünen
Augen glänzen wie Smaragde. Frösche treiben, die
bläulichen Bäuche nach oben. Ihre Leiber sind durchbohrt von
Wasserkäfern, die vollgefressen tot in den Löchern nisten:
die braunen Rückenschalen weiß glasiert. Es hat roten
Schnee geschneit. Auf der Waldai blüht mitten im Winter der
Fingerhut. Feuer fiel vom Himmel aus den Händen Gottes.
Tausend Dörfer flammten. Die jungen Störche auf den
Strohdächern wurden in ihren Nestern lebendig geröstet. In
den Rauch- und Rußwolken strichen die alten Störche und
klapperten grell und verzweifelt mit ihren langen Schnäbeln, als
klirrten Schwerter aneinander. Sie suchten ihren Feind und fanden
ihn nicht. Im Himmel saß der und schlief auf seinem Thron
aus Lapislazuli. Er selber war anzusehen wie ein Diamant: klar und
durchsichtig glänzend. Seine Augen helle Saphire, sein Herz ein
dunkelroter Rubin. Um seine fröstelnde Schulter lag wie ein
seidener Schal ein Regenbogen. Sieben Fackeln brannten um seinen
Thron. Im Schlaf hatte er mit steinernem Arm eine Fackel, einen


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