Die Erscheinung - Anselma Heine - Страница 1 из 44


nahm der aus Sydney zurückkehrende Dampfer des Bremer Lloyd
Kohlen ein. Er lag zwischen einem Franzosen und einem
Niederländer. Die drei schief geneigten, leicht schwankenden
Schiffe mit ihren nackten, in die Luft hineingestreckten Rahen
erinnerten nur wenig noch an die breit beflügelten, stolzen
Schwimmer, die mit funkelnder Brust und ungestümen Atemzügen
den Ozean durchschneiden. Gespenstisch unablässig stiegen
lange Reihen gebückter, schwarzer Träger die
Laufbrücken auf und ab, alles rings unter glitzerndem Staub
begrabend. Und als sich jetzt das deutsche Schiff langsam zur Seite
wandte, schien in dieser Bewegung etwas Unwilliges, fast
Entschuldigendes zu liegen. Die Passagiere des
»Bussard« waren bereits an Land gegangen, nur Doktor
Arnold Riedhammer, ein magerer, blondbärtiger Herr, saß
noch droben auf seinem steilgestellten Leinwandstuhl und schrieb. Von
Zeit zu Zeit blies er die schwarzen Staubkörner von seinem
Briefbogen herunter und runzelte gedankenvoll die Stirn. Er schrieb
dem deutschen Bezirksamtmann der kleinen Südseeinsel Nauru, in
dessen Holzhäuschen er die letzten Monate vor seiner Abreise mit
ihm, der Frau und der hübschen Schwägerin Moansa, beides
Eingeborene gewohnt hatte. Vorher war er ganz einsam, ohne Umgang
mit Weißen auf einem benachbarten Felseninselchen gewesen. Bis
ihm bei dem letzten schweren Orkan sein Häuschen von einer See
fortgetragen und zerrieben wurde. Riedhammer war von einer


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