Die Gränz-Kommission - Carl Gottlieb Samuel Heun - Страница 1 из 75


H. Clauren. 1. »Der schwarze Mohr, der wird nicht
weiß,
Die goldne Kron' behält den Preis, las ich beim
Oeffnen meines Fensters, auf dem Schilde des gegenüber
befindlichen Wirthshauses, und rief lachend meinen alten
Justizdirector herbei, der, mir im Rücken, sich seine Reisepfeife
stopfte, und mich trieb, das Frühstück einzunehmen und mich
anzukleiden, weil die Pferde gleich kommen würden, und wir heute
noch einen weiten Weg zu machen hätten; »am Ende«
setzte ich hinzu, »ist das ein Stich auf mich, denn auf unserer
langen Kommissionsreise, und bei den ewigen Gränzzügen, hat
mich die Maisonne doch wahrhaftig so zum Mohren verbrannt, daß,
wenn ich zu Hause komme, die Leute in der Residenz denken werden, ich
komme direkte aus dem Mono Emugi der Mambo's und Zimbo's.«
»Werden darum doch eine Frau bekommen,« erwiederte
tröstend der Director, »im Gegentheile, die Mädchen
lieben ein männlich braunes Gesicht in der Regel allemal mehr,
als so ein käseweiße Milchvisage unserer gewöhnlichen
Stadtzierlinge; bei Blondins mag ich den Sonnenbrand selbst nicht gern
leiden; da kontrastirt in der Regel das schwarze Gesicht zum hellen
Haupthaar auf eine fast widrige Weise; aber bei einem solchen
Rabenhaar, wie z. B. das Ihrige, läßt eine
mäßige Bräune viel besser als eine gar zu sehr in das
Weiße fallende Gesichtsfarbe; doch, liebster Assessor, machen
Sie, daß Sie in die Kleider kommen; je später hier, je


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