Mimili - Carl Gottlieb Samuel Heun - Страница 1 из 85



Allen Denen welche eine Mimili suchen
ergebenst zugeeignet  
vom Verfasser mit dem Trostspruche:
Suchet, so werdet Ihr finden. Die sogenannte
Hauptstadt der Welt, das lärmende Paris lag mir im Rücken;
ich war ihrer herzlich müde geworden. Nach Ruhe, nur nach Ruhe
sehnte sich mein Gemüth. Das Getreibe des herrlichen Feldzuges
hatte mich erschöpft; im Wechselgeschwirre des Kriegeslebens war
mir ein Jahr verflogen; ich suchte ein Plätzchen, wo ich mich
ausruhen konnte; ein stilles, friedliches Plätzchen, um mir nur
einmal selbst zu gehören. Darum eilte ich über
Fontainebleau und Dijon in die Schweiz. Von allem, was ich auf dem
Wege bis dahin, und in dem freundlichen Neufchatel, und weiter links
und rechts sah, ein andermal, heute nur in das Lauterbrunner Thal .
Ich hatte meinen Reisegefährten, der etwas unwohl war, in
Unterseen gelassen, und machte mich, noch am Tage unsrer Ankunft, auf
den Weg. Mein Führer war ein rüstiger Mann; wir stiegen
raschen Schrittes am Ufer der weißschäumenden
Lütschine hinauf, die zwischen den himmelhohen Felsen sich
durchwindet. Zuerst nach Matten, unfern der Ruinen von Unspunnen und
Wilderswyl vorbey; dann links den tosenden Waldstrom immer weiter
entlang; rechts aber fast senkrechte, bald nackte, bald bewachsene
Felswände. Immer dunkler und enger ward die Schlucht und immer


-10     пред. Страница 1 из 85 след.     +10