Gedichte - Christian Friedrich Hebbel - Страница 1 из 253


Ich möchte auch einmal von Freiheit singen,
    Doch, ist der Drang auch groß, den ich
verspüre,
    Wer sagt mir, wie viel Odem ihm gebühre?
Mir deucht, zuvor muß ich den Flamberg schwingen.
Der Tag erst, wo um mich die Schwerter klingen,
    Wo ich, so wie ich jetzt die Saiten
rühre,
    Mit eigner Faust mein gutes Eisen führe,
Der Tag erst wird die rechte Antwort bringen. Auch dann
noch fecht' ich still und stumm, gleich allen,
    Die schweigend ihren Haß und Grimm
getragen,
        Doch endlich wird mein Glut die
Erde färben. Dann soll der Freiheit mein Päan
erschallen,
    Denn so viel Worte, glaub' ich, darf ich
wagen,
        Als Odem zwischen Fallen bleibt
und Sterben. An Freund La Roche. nachdem er an zwei
aufeinander folgenden Tagen der Gefahr, im See zu ertrinken und im
Bade erschlagen zu werden, glücklich entgangen war:
              Zu welchen
ungeheuren Dingen
    Hat dich der Himmel noch ersehn?
Wie weit sollst du's auf Erden bringen?
    Das ist seit Cäsar nicht geschehn! An
zwei von deinen Julitagen
    In alleräußerster Gefahr,
Und dennoch nichts davongetragen,
    Das ist noch mehr als wunderbar.
Gewiß schwebt irgendeine Krone
    Schon funkelnd über deinem Haupt.


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