Satyrischer Roman - Christian Friedrich Hunold - Страница 1 из 220


Roman, In
Unterschiedlichen / lustigen / lä-
cherliche und galanten Liebes-Begebenheiten. von
Menantes. Hamburg [1706] / Verlegt: Benjamin Wedel.
Vorrede Hochgeneiger Leser. EHe demselben die Ursach melde /
warum einen Satyrischen Roman von siebenzehn Bogen in den Druck
gegeben / so befinde mich verbunden / meine auffrichtige Meynung von
den Satyren zu entdecken. Diese sind nichts anders / als eine
Durchziehung der Laster der Welt / welche man an statt einer
ernsthafften mit einer lächerlichen und ungeheuchelten Manier
abzuschildern bemühet ist; und weil in der Liebe die grösten
und possierlichsten Schwachheiten vorgehen / so kan es einem wohl
selten an Materie in Satyrischen Romanen mangeln. Nun ist der Fehler /
anderer Leute Thorheiten zu tadeln / und seine eigene dabey nicht zu
erkennen / uns mehrenteils so sehr / als die ungereimte Eigen-Liebe
angebohren / alle zeit mehr als andere Leute seyn wollen; und aus
dieser Qvelle unserer verdorbenen Neigungen entspringen die meisten
Satyren. Demnach können wir nicht läugnen / daß es
eine so üble als gefährliche Profession: Denn ob wohl einige
in den Gedancken stehen / ein Mensch / der an allen was zu tadeln
finde / und dem nichts könne recht seyn / müsse viel
Verstand besitzen / und sey dadurch Estims-würdig: So urtheilen
dergleichen Leute dennoch falsch / und wird mir keiner abstreiten
könen / daß weniger Verstand / schlimm / als gut zu seyn


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