Gedichte - Christian Hofmann von Hofmannswaldau - Страница 1 из 158


durch ein Loch zu        
    Es dachte Lesbie, sie säße ganz allein,
Indem sie wohl verwahrt die Fenster und die Türen;
Doch ließ sich Sylvius den geilen Fürwitz
führen
    Und schaute durch ein Loch in ihr Gemach hinein.
    Auf ihrem linken Knie lag ihr das rechte Bein,
Die Hand war höchst bemüht, den Schuh ihr
zuzuschnüren,
Er schaute, wie das Moos zinnoberweiß zu zieren,
    Und wo Cupido will mit Lust gewieget sein.
    Es rufte Sylvius: Wie zierlich sind die Waden
Mit warmem Schnee bedeckt, mit Elfenbein beladen!
    Er sahe selbst den Ort, wo seine Hoffnung
stund.     Es lachte Sylvius. Sie sprach: Du bist
verloren
Zum Schmerzen bist du dir und mir zur Pein erkoren:
    Denn deine Hoffnung hat ja gar zu schlechten
Grund. Christian Hofmann von Hofmannswaldau Die Welt.
            WAs ist
die Lust der Welt? nichts als ein Fastnachtsspiel /
So lange Zeit gehofft / in kurtzer Zeit verschwindet /
    Da unsre Masquen uns nicht hafften / wie man wil
/
Und da der Anschlag nicht den Ausschlag recht empfindet.
    Es gehet uns wie dem / der Feuerwercke macht /
Ein Augenblick verzehrt offt eines Jahres Sorgen;
    Man schaut wie unser Fleiß von Kindern wird
verlacht /
Der Abend tadelt offt den Mittag und den Morgen.


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