Der Elementargeist - E.T.A. Hoffmann - Страница 1 из 67


November des Jahres 1815 befand sich Albert von B., Obristleutnant in
preußischen Diensten, auf dem Wege von Lüttich nach Aachen.
Das Hauptquartier des Armeekorps, dem er beigegeben, sollte auf dem
Rückmarsch aus Frankreich an demselben Tage in Lüttich
eintreffen und dort zwei oder drei Tage rasten. Albert war schon
abends vorher angekommen; am andern Morgen fühlte er sich aber
von einer sonderbaren Unruhe ergriffen, und er mochte es sich selbst
nicht gestehen, daß nur dunkle Träume, die ihn die ganze
Nacht hindurch nicht verlassen und ihm ein sehr frohes Ereignis
verkündet hatten, das seiner in Aachen warte, den raschen
Entschluß erzeugten, auf der Stelle dorthin aufzubrechen. Indem
er sich noch selbst über sein Beginnen höchlich verwunderte,
saß er schon auf dem schnellen Pferde, von dem getragen er die
Stadt noch vor einbrechender Nacht zu erreichen hoffte. Ein rauher
schneidender Herbstwind brauste über die kahlen Felder hin und
weckte die Stimmen des fernen entlaubten Gehölzes, die
hineinächzten in sein dumpfes Geheul. Raubvögel stiegen
kreischend af und zogen in Scharen den dicken Wolken nach, die immer
mehr zusammentrieben, bis der letzte Sonnenblick dahinschwand und ein
mattes, düstres Grau den ganzen Himmel überzog. Albert
wickelte sich fester in seinen Mantel ein, und indem er auf der
breiten Straße so vor sich hintrabte, entfaltete sich seinem
innern Sinn das Bild der letzten, verhängnisvollen Zeit. –


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