Die Brautwahl - E.T.A. Hoffmann - Страница 1 из 106


Geheimen Kanzleisekretären, Turnieren, Hexenprozessen,
Zauberteufeln und andern angenehmen Dingen handelt. In der Nacht
des Herbst-Äquinoktiums kehrte der Geheime Kanzleisekretär
Tusmann aus dem Kaffeehause, wo er regelmäßig jeden Abend
ein paar Stunden zuzubringen pflegte, nach seiner Wohnung zurück,
die in der Spandauer Straße gelegen. In allem, was er tat, war
der Geheime Kanzleisekretär pünktlich und genau. Er hatte
sich daran gewöhnt, gerade während es auf den Türmen
der Marien- und Nikolai-Kirchen eilf Uhr schlug, mit dem Rock- und
Stiefelnausziehen fertig zu werden, so daß er, in die
geräumigen Pantoffeln gefahren, mit dem letzten dröhnenden
Glockenschlage sich die Nachtmütze über die Ohren zog.
Um das heute nicht zu versäumen, da die Uhren sich schon zum
Eilfschlagen anschickten, wollte er eben mit einem raschen Schritt
(beinahe war es ein behender Sprung zu nennen) aus der
Königsstraße in die Spandauer Straße hineinbiegen,
als ein seltsames Klopfen, das sich dicht neben ihm hören
ließ, ihn an den Boden festwurzelte. Unten an dem Turm des
alten Rathauses wurde er in dem hellen Schimmer der Reverberen eine
lange, hagere, in einen dunkeln Mantel gehüllte Gestalt gewahr,
die an die verschlossene Ladentüre des Kaufmanns Warnatz, der
dort bekanntlich seine Eisenwaren feilhält, stark und
stärker pochte, zurücktrat, tief seufzte, hinaufblickte nach
den verfallenen Fenstern des Turms. »Mein bester


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