Die Fermate - E.T.A. Hoffmann - Страница 1 из 29


lebenskräftiges Bild, die Gesellschaft in einer italienischen
Lokanda, ist bekannt worden durch die Berliner Kunstausstellung im
Herbst 1814, auf der es sich befand, Aug' und Gemüt gar vieler
erlustigend. – Eine üppig verwachsene Laube – ein mit
Wein und Früchten besetzter Tisch – an demselben zwei
italienische Frauen einander gegenübersitzend – die eine
singt, die andere spielt Chitarra – zwischen beiden
hinterwärts stehend ein Abbate, der den Musikdirektor macht. Mit
aufgehobener Battuta paßt er auf den Moment, wenn Signora die
Kadenz, in der sie mit himmelwärts gerichtetem Blick begriffen,
endigen wird im langen Trillo, dann schlägt er nieder, und die
Chitarristin greift keck den Dominanten-Akkord. – Der Abbate ist
voll Bewunderung – voll seligen Genusses – und dabei
ängstlich gespannt. – Nicht um der Welt willen möchte
er den richtigen Niederschlag verpassen. Kaum wagt er zu atmen. Jedem
Bienchen, jedem Mücklein möchte er Maul und Flügel
verbinden, damit nichts sumse. Um so mehr ist ihm der geschäftige
Wirt fatal, der den bestellten Wein gerade jetzt im wichtigsten
höchsten Moment herbeiträgt. – Aussicht in einen
Laubgang, den glänzende Streiflichter durchbrechen. Dort
hält ein Reiter, aus der Lokanda wird ihm ein frischer Trunk aufs
Pferd gereicht. – Vor diesem Bilde standen die beiden
Freunde Eduard und Theodor. »Je mehr ich«, sprach Eduard,
»diese zwar etwas ältliche, aber wahrhaft virtuosisch


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