Die Königsbraut - E.T.A. Hoffmann - Страница 1 из 79


Verhältnissen Nachricht gegeben, und alles Erstaunliche und
höchst Wunderbare, das die folgenden Kapitel enthalten sollen,
vorbereitet wird auf angenehme Weise. Es war ein gesegnetes Jahr.
Auf den Feldern grünte und blühte gar herrlich Korn und
Weizen und Gerste und Hafer, die Bauerjungen gingen in die Schoten,
und das liebe Vieh in den Klee; die Bäume hingen so voller
Kirschen, daß das ganze Heer der Sperlinge trotz dem besten
Willen, alles kahl zu picken, die Hälfte übrig lassen
mußte zu sonstiger Verspeisung. Alles schmauste sich satt
tagtäglich an der großen offenen Gasttafel der Natur.
– Vor allen Dingen stand aber in dem Küchengarten des Herrn
Dapsul von Zabelthau das Gemüse so über die Maßen
schön, daß es kein Wunder zu nennen, wenn Fräulein
Ännchen vor Freude darüber ganz außer sich
geriet. – Nötig scheint es gleich zu sagen, wer
beide waren, Herr Dapsul von Zabelthau und Ännchen. Es ist
möglich, daß du, geliebter Leser, auf irgendeiner Reise
begriffen, einmal in den schönen Grund kamst, den der freundliche
Main durchströmt. Laue Morgenwinde hauchen ihren duftigen Atem
hin über die Flur, die in dem Goldglanz schimmert der
emporgestiegenen Sonne. Du vermagst es nicht auszuharren in dem engen
Wagen, du steigst aus und wandelst durch das Wäldchen, hinter dem
du erst, als du hinabfuhrst in das Tal, ein kleines Dorf erblicktest.
Plötzlich kommt dir aber in diesem Wäldchen ein langer


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