Ignaz Denner - E.T.A. Hoffmann - Страница 1 из 83


alter längst verfloßner Zeit lebte in einem wilden einsamen
Forst des Fuldaischen Gebiets ein wackrer Jägersmann, Andres mit
Namen. Er war sonst Leibjäger des Herrn Grafen Aloys von Vach
gewesen, den er auf weiten Reisen durch das schöne Welschland
begleitet, und einmal, als sie auf den unsichern Wegen in dem
Königreich Neapel von Straßenräubern angefallen
wurden, durch seine Klugheit und Tapferkeit aus großer
Lebensgefahr gerettet hatte. In dem Wirtshause zu Neapel, wo sie
eingekehrt waren, befand sich ein armes, bildschönes
Mädchen, die von dem Hauswirt, der sie als eine Waise
aufgenommen, gar hart behandelt und zu den niedrigsten Arbeiten in Hof
und Küche gebraucht wurde. Andres suchte sie, so gut er sich ihr
verständlich machen konnte, mit trostreichen Worten aufzurichten,
und das Mädchen faßte solche Liebe zu ihm, daß sie
sich nicht mehr von ihm trennen, sondern mitziehen wollte nach dem
kalten Deutschland. Der Graf von Vach, gerührt von Andres' Bitten
und Giorginas Tränen, erlaubte, daß sie sich zu dem
geliebten Andres auf den Kutschbock setzen, und so die beschwerliche
Reise machen durfte. Schon ehe sie über die Grenzen von Italien
hinausgekommen, ließ sich Andres mit seiner Giorgina trauen und
als sie dann nun endlich zurückgekehrt waren auf die Güter
des Grafen von Vach, glaubte dieser den treuen Diener recht zu
belohnen, da er ihn zu seinem Revierjäger ernannte. Mit seiner
Giorgina und einem alten Knecht zog er in den einsamen rauhen Wald,


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