Nußknacker und Mausekönig - E.T.A. Hoffmann - Страница 1 из 90


Kinder des Medizinalrats Stahlbaum den ganzen Tag über durchaus
nicht in die Mittelstube hinein, viel weniger in das
daranstoßende Prunkzimmer. In einem Winkel des
Hinterstübchens zusammengekauert, saßen Fritz und Marie,
die tiefe Abenddämmerung war eingebrochen und es wurde ihnen
recht schaurig zumute, als man, wie es gewöhnlich an dem Tage
geschah, kein Licht hereinbrachte. Fritz entdeckte ganz insgeheim
wispernd der jüngern Schwester (sie war eben erst sieben Jahr alt
geworden) wie er schon seit frühmorgens es habe in den
verschlossenen Stuben rauschen und rasseln, und leise pochen
hören. Auch sei nicht längst ein kleiner dunkler Mann mit
einem großen Kasten unter dem Arm über den Flur
geschlichen, er wisse aber wohl, daß es niemand anders gewesen
als Pate Droßelmeier. Da schlug Mariie die kleinen Händchen
vor Freude zusammen und rief: "Ach was wird nur Pate Droßelmeier
für uns Schönes gemacht haben." Der Obergerichtsrat
Droßelmeier war gar kein hübscher Mann, nur klein und
mager, hatte viele Runzeln im Gesicht, statt des rechten Auges ein
großes schwarzes Pflaster und auch gar keine Haare, weshalb er
eine sehr schöne weiße Perücke trug, die war aber von
Glas und ein künstliches Stück Arbeit. Überhaupt war
der Pate selbst auch ein sehr künstlicher Mann, der sich sogar
auf Uhren verstand und selbst welche machen konnte. Wenn daher eine
von den schönen Uhren in Stahlbaums Hause krank war und nicht


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