Seltsame Leiden eines Theaterdirektors - E.T.A. Hoffmann - Страница 1 из 157


Herausgeber dieser Blätter beinahe ebenso wie dem bekannten
Zuschauer, Herrn Grünhelm, in Tiecks ›verkehrter
Welt‹. Das düstre Verhängnis jener ereignisreichen
Zeit drängte ihn mit Gewalt heraus aus dem Parterre, wo er seinen
bequemen, behaglichen Platz gefunden, und nötigte ihn, einen
Sprung zu wagen, der zwar nicht bis aufs Theater, wohl aber bis ins
Orchester, bis auf den Platz des Musikdirektors reichte. –
Auf diesem Platz schaute er nun das seltsame Treiben der
wunderlichen kleinen Welt, die sich hinter Kuliss' und Gardine regt
und bewegt, recht in der Nähe an, und diese Anschauung,
vorzüglich aber die Herzensergießungen eines sehr wackern
Theaterdirektors, dessen Bekanntschaft er im südlichen
Deutschland machte, gaben Stoff zu dem Gespräch zweier
Theaterdirektoren, das er schon damals aufschrieb, als er noch nicht
ins Parterre zurückgesprungen war, wie er es in der Folge dann
wirklich tat. Ein Teil dieses Gesprächs, das nun im ganzen
Umfange erscheint, wurde früher in den hiesigen, vor einiger Zeit
selig entschlafenen ›dramaturgischen Blättern‹
abgedruckt. Benannter Herausgeber bittet dich, o günstiger
Leser! nun recht von Herzen, daß du in diesem Gespräch
nicht etwa tiefe, gelehrt gemeinte Diskussionen über
theatralische Darstellung suchen, sondern die flüchtigen
Bemerkungen, Andeutungen über das ganze Theaterwesen, wie sie
sich eben im Gespräch zu erzeugen pflegen, ja auch wohl manchen


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