An der Grenze - Edmund Hoefer - Страница 1 из 103


Bei der Stadt –t, dem letzten bedeutenden und
ummauerten Ort gegen das Nachbarland zu, zweigte sich rechts von der
breiten Kunststraße ein wenig befahrener und, wie
gewöhnlich dort zu Lande, schlecht unterhaltener Weg ab, der sich
etwa eine Stunde weit durch gut bebautes Land und ansehnliche
Dörfer wand, dann die mäßigen Hügel hinanstieg,
welche von Südost gegen Nordwest sich in's Land ziehen, und
darauf sich plötzlich und ziemlich steil wieder in eine Ebene
hinabstürzte. Hier waren weder Dörfer noch zeigte sich
irgend eine Kultur des Bodens; Moor, Torf und Sand lagen weit hinaus,
flach und eben, und widerstanden noch für viele Jahre jeglichem
Anbau. Denn die See schien dies frühere Stück ihres Gebiets
noch immer nur ungern aufgeben zu wollen, und im Herbst wie im
Frühjahr trieben ihre Fluten oft stundenweit über die
Fläche und häuften neuen Sand und Kies auf die öden
Fluren. Dort wand sich nun der Weg hindurch in hundertfachem Geleise,
da jeder Reisende sich einen andern bessern Pfad suchen wollte: allein
überall war der öde Flugsand oder die eben so schlimme, in
Staub aufgelöste dürre Torferde, und wehe dem, der an einem
heißen Sommertage drüber hin mußte. Das erfuhr
der junge Mann, der an einem Tage des Juli diesem Wege folgte.
Wieder und wieder verwünschte er seine Neugier und
Hartnäckigkeit, die ihn diesen Pfad wählen und die
wohlgemeinten Warnungen seines Wirths in –t überhören


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