Tagebücher aus vier Weltteilen - Elisabeth von Heyking - Страница 1 из 723


Freundschaft, hat Elisabeth von Heyking mir zum erstenmal von ihrem
Wunsch gesprochen, daß ich nach ihrem Tode ihre Tagebücher
herausgeben sollte. Schon damals habe ich sie gebeten, selbst die
Geschichte ihres Lebens zu veröffentlichen, und diese Bitte in
den folgenden Jahren mündlich und schriftlich immer dringender
wiederholt. Im Winter 1924/25 war sie entschlossen, die große
Arbeit zu beginnen, nachdem sie, angeregt durch die Lebenserinnerungen
meines Mannes, mit ihm über die Behandlung schwieriger Abschnitte
korrespondiert hatte. Da nahm am 4. Januar 1925 der Tod ihr die Feder
aus der Hand, und ich stand, erschüttert von dem schweren
Verlust, den ihr Heimgang für mich bedeutete, vor der Aufgabe,
mein Versprechen einzulösen. Eine Aufgabe, die nicht ganz leicht
zu bewältigen war, weil allein der Umfang – es liegen 25
enggeschriebene Tagebuchhefte vor – einen vollen Abdruck
ausschloß. Der Gedanke, die Tagebücher daher in einer
Bearbeitung herauszugeben, lag nahe, doch habe ich mich dazu nicht
entschließen können. Was das Buch dadurch vielleicht
gewonnen hätte an äußerlich glatter Lesbarkeit,
hätte es an Wahrheit und Unmittelbarkeit verloren, und so habe
ich die Tagebücher wortgetreu abgedruckt und nur, was für
den Druck nicht geeignet schien, Wiederholungen und ganz intime
Familienangelegenheiten, vorsichtig ausgemerzt. – Zu danken
habe ich Frau Reichsminister Stephanie von Raumer, welche, den


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