Das Haus an der Veronabrücke - Friedrich Halm - Страница 1 из 149


Venedig im Pfarrbezirke Santa Maria Zobenigo, hart an der
Veronabrücke ( Ponte della Verona), die von S. Fantino her
über den Kanal, Rio menuo genannt, nach S. Benedetto und
S. Lucia oder links hinüber nach S. Angelo und
S. Stefano führt, stand noch im Anfange des
17. Jahrhunderts ein ansehnliches, palastartiges Gebäude.
Die schmale, in den beiden oberen Stockwerken mit Balkonen und
zierlichen Spitzbogenfenstern geschmückte Vorderseite der
Veronabrücke zukehrend, reichte es doppelt, ja dreifach so tief
in das enge, kaum fünf Fuß breite Gäßchen
hinein, das den Rio mueno mit dem damals noch offenen, jetzt
zugeworfenen und in eine Straße verwandelten Kanal Rio degli
assassini verbindet. Ursprünglich dem patrizischen Geschlechte
der Barozzi gehörig und von der Sage als der Ort bezeichnet, wo
vor Jahrhunderten Tiepolo und seine Genossen zusammenkamen, um ihre
hochverräterischen Pläne, sich selbst zum Verderben, zu
beraten, gelangte das altertümlich finstere Haus an der
Veronabrücke, damals allgemein kurz das Brückenhaus (
Cá del ponte) genannt, später in den Besitz der Acotanti.
Nach dem Aussterben dieser Familie aber fiel es zuletzt in der ersten
Hälfte des 16. Jahrhunderts, als Vermächtnis eines
Großoheims und als Lohn jahrelanger Krankenpflege an Cornelia
Lando, die es ihrem Gatten, dem Handelsherrn Angelo Minelli, als
willkommene Mitgift zubrachte, und es nun nach seinem Tode mit ihrer,


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