Gedichte - Friedrich Halm - Страница 1 из 16


gleichnamigen Erzählung von Agnes Schöbel
(aus der Gartenlaube) Weihnachtsabend, Fest der Kleinen,

wie sie harren auf Dein Erscheinen,
wie mit freuderoten Wangen,
jubelnd laut sie Dich empfangen!
Weihnachtsabend bei arm und reich,
überall grünet ein Tannenzweig;
Denn überall brennen Deine Kerzen,
überall schlagen kleine Herzen,
strecken hastig kleine Hände
sich entgegen Deiner Spende;
Überall grüßet, wo es auch sei,
Weihnachtsabend, ein Freudenschrei! Weihnachtsabend, Fest der
Kleinen,
dorther grüßt Dich leises Weinen!
Dort, wo Schottlands klarer Tweed
rauscht durch Cheviot's Waldgebiet.
Wo sich zwischen Felsenengen
Coldstream's Hütten zusammendrängen,
dort im Stübchen, arm und kahl,
in der Dämm'rung mattem Strahl
wacht ein Kind am Schmerzenslager,
darauf die Mutter, blaß und hager,
ächzt und stöhnt in Fieberqual.
Arme Mary, zehnmal kaum
sah sie blüh'n den Apfelbaum,
und schon gelben Sturm und Wetter
ihr des Lebensbaumes Blätter.
Sorgend sitzt sie, horcht und lauscht,
wie der Mutter Pulsschlag rauscht,
blickt im Dunkeln scheu umher,
und das Herz im Kummer schwer,
grüßt sie still mit leisem Weinen,
Weihnachtsabend, Dein Erscheinen. Durch die


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