Pitt und Fox - Friedrich Huch - Страница 1 из 452


Brüder Sintrup Roman (1909) Erstes Kapitel
Pitt – so nannte Philipp Sintrup sein Spiegelbild, wie er es als
kleines Kind zum erstenmal erblickte und mit dem Finger berührte.
Die Familie heftete den Namen an ihn, und mit einer Art von
Folgerichtigkeit ward nun sein jüngerer Bruder nur noch Fox
gerufen. Pitt war es gleichgültig, wie er hieß. Fox dagegen
wehrte sich gegen den ihm aufgehängten Namen, ohne daß er
ihn vertreiben konnte. So behauptete er denn, als er in das Alter kam,
wo man moderne Weltgeschichte lernt, ein Nachkomme des großen,
bekannten Fox wäre sein Pate, und seinen gewaltigen Reichtum
werde er einmal erben. Schon früh begann Fox Großes von
sich zu erzählen. Er stellte sich als den Helden von
selbsterfundenen Geschichten hin, die er Märchen nannte, die aber
außer ihrer Unmöglichkeit nichts Märchenhaftes an sich
hatten, sondern der allernächsten Umgebung entnommen waren und
nur in einem Tone vorgetragen wurden, der Grausen erregen sollte.
– Der grauäugige, etwas hochgeschossene Pitt hörte sie
mit gelangweilten Augen an, und wenn Fox geendet, erzählte er mit
gleichmäßiger Stimme: ihm sei Ähnliches begegnet, nur
sei alles umgekehrt gewesen; vor seinen Feinden habe er, anstatt sie
anzugreifen, sich versteckt, indem er sich bewegungslos gegen den Zaun
drückte, so daß sie ihn für einen Holzpfahl hielten.
Während unter seines Bruders Tritten die dicksten


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